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TI-Studium-Mitschriften/Semester 6/SWTEST/CTFL-Kapitel 4-1.md
2025-07-03 16:57:46 +02:00

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📘 KAPITEL 4.1: TESTTECHNIKEN GRUNDLAGEN


4.1 Einleitung: Warum Testverfahren?

  • Systematisches Vorgehen → bessere Testabdeckung
  • Unterstützung bei der Erstellung guter Testfälle
  • Ziel: Fehler früh entdecken & reproduzierbar testen

🧪 HAUPTKATEGORIEN VON TESTVERFAHREN

Kategorie Merkmale & Grundlage
Black-Box Anforderungen / Spezifikation
White-Box Programmstruktur / Code
Erfahrungsbasiert Intuition, frühere Fehler, Exploratives Testen

🔲 1. BLACK-BOX-VERFAHREN (💡 Prüfungsrelevant)

Nutzen Eingabe-Ausgabe-Beziehung, ohne Quellcode zu betrachten.

a) Äquivalenzklassenbildung

  • Eingaben in gültige/ungültige Klassen einteilen
  • Aus jeder Klasse → 1 Testfall

b) Grenzwertanalyse

  • Grenzwerte sind fehleranfällig
  • Testfälle am Rand der Äquivalenzklassen

c) Entscheidungstabellen

  • Repräsentieren Regeln & Bedingungen
  • Kombinationen aus Bedingungen → Aktionen

d) Zustandsbasierter Test

  • Bei zustandsbehafteten Systemen (z.B. Automaten)
  • Zustände, Übergänge, Events → modellieren & testen

e) Use Case Test

  • Szenarien aus Benutzersicht abdecken
  • Ziel: reale Nutzungspfade testen

🔳 2. WHITE-BOX-VERFAHREN

Berücksichtigen interne Struktur des Systems/Programms

a) Anweisungsüberdeckung

  • Jede Anweisung im Code muss mindestens einmal ausgeführt werden

b) Zweigüberdeckung

  • Jeder Entscheidungspunkt (z.B. if, else) → jede Richtung wird getestet

➡️ Für Entwicklernahe Tests (z.B. Komponententest)


💡 3. ERFAHRUNGSBASIERTE VERFAHREN

  • Beruhen auf Intuition, Erfahrung, Bauchgefühl
  • Beispiele:
    • Fehlerbasiertes Testen
    • Checklisten
    • Exploratives Testen

Einsatz besonders:

  • wenn wenig Dokumentation vorhanden ist
  • bei Timeboxing (agile Projekte)
  • als Ergänzung zu strukturierten Verfahren

KLAUSURRELEVANTE MERKPUNKTE

Thema Merksatz
Black-Box Tests basieren auf Spezifikationen, nicht auf Code
White-Box Ziel: Codepfade und Verzweigungen abdecken
Äquivalenzklassen Jede Klasse mit einem repräsentativen Testfall
Grenzwertanalyse Fehler liegen oft an den Rändern
Entscheidungs- & Zustandsbasierte Tests gut bei komplexem Verhalten & Bedingungen
Erfahrungsbasiert Ergänzend, flexibel, intuitiv, explorativ